Das Strategische Umsetzungsprogramm Nachhaltigkeit (SUP-NH) soll Fortschritte sichtbar machen, Zuständigkeiten klären und Nachhaltigkeit stärker in der Steuerung der Hochschule verankern. Was das konkret bedeutet, erklärt Francesco Bortoluzzi, Leiter Nachhaltigkeitsprogramme.
Was ist das SUP-NH?
Das Strategische Umsetzungsprogramm Nachhaltigkeit übersetzt unser strategisches Bekenntnis zur Nachhaltigkeit in konkrete Massnahmen. Es umfasst vier Zielbereiche: die Reduktion der ökologischen Auswirkungen des Hochschulbetriebs, Living Labs als Methode für praxisnahe Transformation, die Stärkung einer hochschulweiten Nachhaltigkeitskultur sowie Kommunikation und Kooperation. Für jeden Bereich sind überprüfbare Massnahmen und Erfolgsindikatoren für 2026 und 2027 als erster strategischer Zyklus festgelegt.
Wie sah der Entstehungsprozess aus?
ZHAW sustainable hat den Prozess betreut und verantwortet. Zentral war dabei der hochschulweite Nachhaltigkeitsausschuss, das Sustainable Development Committee. Darin sind alle acht Departemente, das Rektorat, Finanzen & Services und Studierende vertreten. Diese breite Beteiligung war für uns zentral, da Massnahmen nicht einfach top-down entstehen sollen, sondern im gemeinsamen Dialog mit allen Beteiligten.
Francesco Bortoluzzi
Leitung Nachhaltigkeitsprogramme, ZHAW sustainable, ZHAW Rektorat
«Das SUP-NH ist kein Versprechen an die Zukunft, es ist eine Arbeitsgrundlage für die Gegenwart. Was uns von früheren Bekenntnissen unterscheidet, ist nicht der gute Wille, den gab es immer. Es sind die Wegmarken, die Daten und die Menschen in allen Departementen, die diesen Weg gemeinsam gehen.»
Wie überprüft die ZHAW, ob auf Worte auch Taten folgen?
Jede Massnahme im SUP-NH ist mit konkreten Zwischenzielen für 2026 und 2027 verknüpft. Zudem ist das Programm in den hochschulweiten Strategieprozess eingebettet und wird jährlich überprüft und aktualisiert. Ein zentrales Instrument ist das Nachhaltigkeits-Cockpit, das derzeit aufgebaut wird. Es soll Kennzahlen zu Emissionen, Ressourcenverbrauch und institutionellen Prozessen transparent und öffentlich zugänglich machen.
Warum setzt das Programm nicht stärker auf Kontrolle?
Das SUP-NH enthält bewusst keine Sanktionsmechanismen bei Nichtumsetzung. Es setzt auf Kooperation statt Kontrolle. Dahinter steht die Überzeugung, dass eine Transformation, die dauerhaft wirken soll, von den Departementen und Organisationseinheiten mitgetragen werden muss. Nachhaltigkeit lässt sich nicht einfach verordnen. Sie muss in den Strukturen, in den Fachkulturen und in der täglichen Arbeit wachsen.