Scherbeneis für die Teigkühlung, Bruch- und Knickeier bei der Eierfärberei, zu viel Plastik in der Lieferkette oder ein Reissortiment, das dem Klima schadet: Das sind keine Übungsbeispiele aus dem Hörsaal, sondern reale Probelmstellungen, mit denen sieben Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie konfrontiert sind. Im Herbst 2024, im Rahmen der ersten pioneer Innovation Challenge, organisiert von foodward und dem ZHAW-entrepreneurship-Team, legten Bertschi Bäckerei, Biotta, EiCO frigemo, Emmi, LILY's, Migros Zürich und Kündig diese Herausforderungen offen auf den Tisch.
Fünf Workshops bis zur Pitch Night
Acht Startup-Teams, zwei Engineering-Teams und sechs Studierendenteams verschiedener Hochschulen entwickelten während fünf Workshops zu Ideation, Prototyping und Implementation ihre Lösungen weiter und wurden dabei von von Coaches und Fachleuten aus Industrie und Forschung begleitet. Jedes Team konnte zudem das auftraggebende Unternehmen besuchen und bis zu 2'000 Franken für Materialkosten beantragen. Am 28. November stand die Pitch Night an, vor den Entscheidungsträger:innen jener Unternehmen, die die Aufgaben gestellt hatten.
Deborah Ayeni
Absolventin MSc Food and Beverage Innovation, ZHAW Life Sciences und Facility Management
«Alles ist möglich. Man muss nur den ersten Schritt machen. Den ersten grossen Schritt, und dann sieht man, dass der Weg von dort an immer klarer wird, je weiter man geht.»
Neues Team und knappe Ressourcen
Mehrere Teilnehmende sahendie grösste Herausforderung darin, überhaupt anzufangen, und nicht in der technischen Aufgabe selbst. Dazu gehörte, mit Menschen aus verschiedenen Disziplinen zusammenzuarbeiten, die man vorher nicht kannte und trotz knapper Zeit und Infrastruktur eine solide Lösung zu kreieren.
Folgeprojekte statt Schlussstrich
Aus der ersten Durchführung sind bereits konkrete Folgeprojekte entstanden, die über den Pitch-Abend hinausreichen.. Doch unabhängig davon, ob das eigene Projekt mit dem Pitch endete oder weitergeführt wird, lernten sämtliche Teilnehmenden, was es bedeutet, unternehmerisches Denken und Handeln an realen Beispielen aus der Privatwirtschaft anzuwenden. Eine Erfahrung, die weit über das vermittelte Wissen im Vorlesungssaal hinausreicht.