Am Anfang stand eine einfache Rückmeldung: Mehr als ein Drittel der befragten Studierenden der ZHAW School of Management and Law wünschte sich 2019 mehr Angebote zu nachhaltiger Entwicklung und verantwortungsvollem Wirtschaften ausserhalb des Lehrplans.
Daraus entstand der Sustainability Day. Dieses Format ist Teil der PRME-Initiative (Principles for Responsible Management Education) der ZHAW School of Management and Law und wird jedes Jahr von Studierenden organisiert wird. Sie entwickeln ein Programm, gewinnen Partnerinnen, Referenten und Organisationen, planen Workshops, Panels und Begegnungsformate. Daraus entsteht ein Raum, in dem nachhaltige Entwicklung konkret wird. Da die Organisation im Rahmen eines Moduls erfolgt, erhalten die Studierenden dafür ECTS.
Jedes Jahr ein anderer Zugang
Jedes Jahr steht dabei eine andere Leitfrage im Zentrum des Sustainability Days. 2019 fragte der Auftakt unter dem Titel «Cash Cow Climate», ob Ökonomie und Ökologie vereinbar sind. 2021 ging es um verschiedene Ebenen der Nachhaltigkeit, 2022 um die Botschaft «Change is in our hands». 2023 standen globale Zusammenhänge und lokales Handeln im Zentrum.
Mit der Umbenennung zum ZHAW Sustainability Day 2024 wurde das Format stärker hochschulweit positioniert. Unter dem Motto «Nourishing our World – Preserving our Future» rückten Ernährung, Bildung, Innovation und verantwortungsvoller Konsum in den Fokus. 2025 folgte mit «AI for Responsible Learning, Living and Leading» ein Thema, das Nachhaltigkeit mit künstlicher Intelligenz verband. 2026 stellte der Tag unter dem Motto «Net Zero, Fair Future?» die soziale Dimension der Klimatransformation ins Zentrum.
Gerade diese wechselnden Schwerpunkte tragen das Format weiter. Der Sustainability Day ist keine Wiederholung, sondern jedes Jahr eine neue Auseinandersetzung mit der Frage, was nachhaltige Entwicklung im Alltag, in der Wirtschaft, in der Technologie und in der Gesellschaft bedeutet.
Lernen durch echte Verantwortung
Organisiert und durchgeführt wird der Sustainability Day von ZHAW-Studierenden. Sie arbeiten im Team, treffen Entscheidungen, stimmen Interessen ab und erfahren, was es heisst, ein öffentliches Programm auf die Beine zu stellen. Dabei setzen sie sich nicht nur vertieft mit Nachhaltigkeit auseinander, sondern setzen Erlerntes im Bereich Projektmanagement, Kommunikation und in der Zusammenarbeit direkt in der Praxis um.
Auch die Hochschule lernt durch dieses Format. Wer Verantwortung an Studierende übergibt, schafft Räume, in denen neue Perspektiven sichtbar werden. Die Themen entstehen nicht nur aus institutionellen Strategien, sondern aus den Fragen einer Generation, die mit Klimawandel, Digitalisierung, sozialer Ungleichheit und neuen Arbeitswelten aufwächst.
Damit wird der ZHAW Sustainability Day zu einem Beispiel dafür, wie angewandte Bildung wirken kann: nicht abstrakt, sondern in einem konkreten Projekt, das Wissen, Engagement und Öffentlichkeit verbindet.
Ein Impuls für die ganze ZHAW
ZHAW sustainable unterstützt den Sustainability Day, weil er Nachhaltigkeit dort verankert, wo sie wirksam wird: im Austausch zwischen Studierenden, Mitarbeitenden, Forschung, Praxis und Öffentlichkeit. Die Veranstaltung macht sichtbar, dass nachhaltige Entwicklung nicht allein durch Strategien entsteht, sondern durch Menschen, die Fragen stellen, Verantwortung übernehmen und andere zum Mitdenken einladen.
Der Tag lebt dabei nicht vom moralischen Appell. Er bietet Workshops, Dialoge, praktische Beispiele und Begegnungen. Wer teilnimmt, soll nicht mit schlechtem Gewissen nach Hause gehen, sondern mit neuen Ideen, konkreten Anknüpfungspunkten und dem Gefühl, selbst Teil der Veränderung sein zu können.
Emma Sonnier
Engagement Managerin, ZHAW sustainable, Rektorat
«Der ZHAW Sustainability Day zeigt, wie viel Wirkung entsteht, wenn Studierende Verantwortung übernehmen. Sie bringen Themen in Bewegung, schaffen Dialog und machen Nachhaltigkeit für andere erfahrbar.»