Das Sustainable Impact Program (SIP) ist das zentrale Förderprogramm für nachhaltige Projekte, Kultur und Community an der ZHAW. Es unterstützt Studierende und Mitarbeitende von der ersten Idee bis zur Umsetzung und stärkt die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit über Departementsgrenzen hinweg. Seit seiner Gründung hat das SIP über 1,6 Millionen Franken für die Projektförderung bereitgestellt.
Vier Förderschienen, ein gemeinsames Ziel
Das SIP bündelt mehrere Förderangebote mit unterschiedlichem Fokus. Studierende erhalten über den Student Project Fund bis zu 10'000 Franken für eigene Nachhaltigkeitsprojekte. Der SDG Thesis Award würdigt Abschlussarbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug mit Preisen im Gesamtwert von 4'500 Franken, verliehen am Swiss Green Economy Symposium.
Für Mitarbeitende unterstützt das SIP sogenannte Living Labs: reale Experimentierräume, in denen Wissenschaft, gesellschaftliche Akteur:innen und Praxispartner:innen gemeinsam Lösungen entwickeln. Dafür stehen im Rahmen des Living Lab Funds insgesamt bis zu 200'000 Franken pro Jahr zur Verfügung. Niederschwellig ergänzt wird das Angebot durch den Instant Impact Fund: Bis zu 2'000 Franken für kleine Initiativen mit unmittelbarem Wirkungspotenzial im Hochschulalltag – ohne Projektaufruf, laufend einreichbar.
Wer unternehmerisch tätig werden will, findet im Bereich Impact Entrepreneurship eine eigene Förderschiene: Sustainability Safaris bringen Teilnehmende zu inspirierenden nachhaltigen Startups während der Sustainability Booster Interessierte mit Workshops, Coachings und einem Pitching-Event von der Idee zum tragfähigen Geschäftsmodell begleitet.
Gefördertes Modul: Zirkuläres Design mit digitalen Tools
Was die Zahlen zeigen
Bis Ende 2025 wurden 92 Projekte finanziert und 1'470 Teilnahmen über alle Programmbereiche und Departemente hinweg verzeichnet – davon 912 allein im Bereich Impact Entrepreneurship. Bei rund einem Drittel aller Projekte sind mehrere Departemente involviert und sechs von zehn Projekten werden mit externe Praxispartner:innen durchgeführt.
Besonders aufschlussreich: Über die Hälfte der dokumentierten Lernergebnisse sind prozessbezogen. Das bestätigt, dass es beim SIP neben Resultaten auch um die Erfahrung selbst geht – konkret darum, über Fachgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten und unter realen Bedingungen an komplexen Nachhaltigkeitsthemen zu forschen.
Milena Eberharter-Fink
Sustainable Impact & Living Lab Managerin, ZHAW sustainable, ZHAW Rektorat
«Das SIP bringt Menschen zusammen, verhilft zukunftsweisenden Ideen zur Umsetzung und schafft Raum für gemeinsames Experimentieren und Lernen.»
Drei Projekte, die zeigen, was möglich ist
Für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Umweltingenieurwesen reiste Selina Pfäffli ins Mekong-Delta in Vietnam und untersuchte im Can-Tho-Fluss, wie Plastikmüll von dort ins Südchinesische Meer transportiert wird. Die Feldstudie liefert wertvolle Einblicke in eine der grossen ökologischen Herausforderungen Südostasiens und zeigt, wie ein Studienprojekt direkten Bezug zu globalen Umweltproblemen schaffen kann.
Im Toni-Areal wurde ein gewöhnlicher Unterrichtsraum zum «Green Classroom»: In einem partizipativen Prozess gestaltete ein Forschungsteam den Raum mit biophilen Elementen – natürlichen Materialien, Begrünung, angenehmerer Akustik. Im Vergleich mit einem konventionellen Raum zeigte sich: Wohlbefinden und Aufmerksamkeit der Studierenden verbesserten sich deutlich. Das Living-Lab-Projekt setzt neue Impulse für die Gestaltung von Lernräumen.
Und im Bereich Impact Entrepreneurship begleitet das SIP Studierende und Mitarbeitende, die aus einer nachhaltigen Idee ein Unternehmen machen wollen. Über Sustainability Safaris lernen Teilnehmende bereits erfolgreiche, wirkungsorientierte Startups persönlich kennen – und werden im anschliessenden Sustainability Booster durch gezieltes, mehrstufiges Coaching dabei unterstützt, die eigene die eigene Idee zu konkretisieren.
Eine Plattform für Kultur und Community
Mit seiner breiten Reichweite und seiner Angebotsvielfalt ist das SIP längst mehr als ein Fördertopf: Es hat sich zur zentralen Plattform für Kultur und Community der Nachhaltigkeit an der ZHAW entwickelt. Von 2025 bis 2026 ist das Programm zudem in das nationale PgB-Projekt «Stärkung einer Nachhaltigkeitskultur an Schweizer Hochschulen» eingebettet, das von swissuniversities koordiniert und vom Bund mitfinanziert wird.
Philipp Schnöll
SIP-Studierendenprojektleiter
«Die gewonnenen Erkenntnisse motivieren mich stark, über die Projektphase hinaus weiterzumachen. Das SIP-Projekt hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine klare berufliche Perspektive eröffnet. Es fühlt sich für mich nicht wie ein Abschluss an, sondern wie ein Startschuss.»